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Weihnachten 2011

Foto:Cécile Sydow 2011

Es sind nun noch 3 Tage bis Heilig Abend. Nicht wenige Menschen feiern diesen Abend als heilig, weil an dem Tage uns Gott Jesus auf die Erde schickte. Für diese Menschen ist dies das größte Geschenk, was Gott uns machen konnte. Denn Jesus ist die leibhaftig gewordene Liebe, die wandelnde menschlich gewordene Liebe. An ihm durften wir beginnen zu lernen, wie wir Liebe leben, geben und annehmen können. Vielleicht entwickelte sich genau daraus der Brauch, sich gegenseitig etwas zu schenken. Der 24. Dezember war eine Nacht des Beschenkens und Beschenkt-Werdens. In und aus Liebe.

Seit vielen Jahren beschenken sich viele meiner Bekannten nicht mehr. Sie wollten den Zug des reinen Konsums verlassen und statt dessen diesen Tag einfach in Liebe mit all denen genießen, die sie so gerne um sich herum haben. Allerdings konnte sich dies nicht immer so erfüllen, denn die ‘familiären Verpflichtungen’ verlangten oft ein Zusammensein mit denen, die man NICHT unbedingt um sich herum haben wollte.

Auch mir erging es so. Meine Schwester und ich schenken uns seit ein paar Jahren nichts zu Weihnachten. Und immer wieder frage ich mich vor Weihnachten, ob es tatsächlich der Wunsch war, nicht den Konsumrausch mit zu unterstützen, oder ob es nicht vielmehr ein gutes plausibles Argument dafür war, Geld nicht ausgeben zu müssen oder Zeit damit zu verbringen, darüber nachzudenken, was man schenken möchte. Ich glaube, dass Weihnachten eine gute Gelegenheit ist, um jemanden etwas zu schenken OHNE ihn zu fragen, was er sich denn wünsche. Ich glaube, dass es genau darum geht, sich mit den Wünschen der anderen auseinanderzusetzen. EINMAL IM JAHR. Im Grunde sollten wir dies regelmäßig machen.

Ich finde es nach wie vor einfach schön, zu schenken und beschenkt zu werden. Ob nun an Weihnachten oder inmitten des Jahres. Der Zeitpunkt ist im Grund egal. Ich schenke, wenn ich schenken möchte. Und Weihnachten ist für mich ein Fest, wo ich gerne beschenke.

Der Prozess sieht bei mir immer ähnlich aus:. Um die Weihnachtszeit herum beginnt für mich eine Phase im Jahr der Kontemplation und ich kehre ein wenig mehr in mich. Wenn ich mein Herz sodann öffne und an die Menschen denke, die mich in diesem Jahr begleitet haben, entsteht in mir ein Gefühl von Freude, von Dankbarkeit, auch von Demut. Und dann kommt mir meist eine Idee, WAS ich dem einen oder anderen schenken möchte. Diese Freude, die man mir gemacht hat, möchte ich zurückgeben, denn auf diese Weise wird sie potenziert. Und je mehr Freude in die Welt kommt, umso friedlicher wird sie irgendwann auch.

So ist zumindest meine Überzeugung.

Das bedeutet, dass ich Zeit damit verwende, über das Jahr nachzusinnen und all diejenigen, die es mit mir verbracht haben. Und GENAU DA liegt meiner Meinung nach der Grund, warum viele Menschen nicht mehr schenken wollen. Weil sie nicht wissen WAS. Und ehe sie was ‘falsches’ schenken, unterlassen sie es lieber. Ich glaube, dass Weihnachten eine gute Gelegenheit ist, um jemanden etwas zu schenken OHNE ihn zu fragen, was er sich denn wünsche. Ich glaube, dass es genau darum geht, sich mit den Wünschen der anderen auseinanderzusetzen. EINMAL IM JAHR. Im Grunde sollten wir dies regelmäßig machen. Dennoch besteht die andere Möglichkeit darin, zu fragen, was sich die anderen wünschen. Hier liegt das nächste Problem: sie wissen es nicht. Immer weniger Menschen wissen, was sie sich für sich selbst wünschen. Sie müssten Zeit damit verbringen, in sich zu kehren, um danach zu suchen: nach den eigenen Wünschen.

Woran liegt das nun? Dass die einen keine Zeit haben, um sich ihrer eigenen Wünsche bewusst zu werden und die anderen keine Zeit dafür aufbringen wollen, herauszufinden, was sich die anderen wünschen könnten?

Persönlich machte ich die Erfahrung, dass es anstrengend ist, sich in Ruhe mit sich selbst zu beschäftigen, denn der Geist ist unruhig. Immer kommen Gedanken, die stören: es muss ja so viel getan werden. Die Arbeit in der Firma, der Haushalt, die Kinder….wir haben gelernt uns darum zu kümmern, was die anderen brauchen. Denn wenn das Bedürfnis unsereins befriedigt ist, geben wir Ruhe und schimpfen nicht, meckern auch nicht und verurteilen nicht. Und dadurch fühlt sich der andere entspannter. Er hat seine Aufgabe bewältigt…er funktioniert. Ja, es geht darum, dass wir funktionieren müssen. Wäre es anders, würde es nicht in diesem Jahr so viele Fälle mehr an burn-outs geben, so viele Unfälle. Alleine in meinem Arbeits- und Freundeskreis gab es in diesem Jahr sehr viele Unfälle. Wir werden immer schneller in dem ,was wir denken und was wir tun. Der Geist wird unruhiger, weil wir nicht gegensteuern. Dadurch werden wir unachtsam und viele Bewegungen, die wir machen, steuern wir vorher nicht mehr mit unseren

Gedanken an….wir überschlagen uns förmlich. Unfälle sorgen dafür, dass wir in die Stille kommen. STOPP sagt der Körper. Und im Grunde wissen wir lange vor dem Unfall schon, dass wir die Notbremse ziehen müssen. Aber …es gibt ja soviel zu erledigen. Wenn wir das alles nicht schaffen, dann verlieren wir Kundsschaft oder unseren Job.

Frage: Worum geht es in diesem Leben?

Antwort: Bei jedem um etwas anderes. Tief im Inneren, behaupte ich, geht es aber allen darum, ein glückliches gesundes Leben zu führen, oder? Sonst wären die Psychotherapeuten mittlerweile nicht überlastet sondern arbeitslos. Wir arbeiten, weil wir unser Leben finanzieren müssen. Das ist ‘richtig’. Aber leben wir, um zu arbeiten? Um zu funktionieren? Um perfekt zu sein? In was und für wen? Wer trägt die Konsequenz am Ende? Wir – unser Körper. Diese Frage darf sich jeder selbst beantworten. Ich möchte hier nur Anstöße geben.

Wenn es uns gelingt, jeden Tag nur 5 Minuten in Stille darüber nachzusinnen, was wir uns für uns selbst wüschen und vielleicht sogar noch 5 Minuten dafür schenken, um zu erforschen,was wir uns für die anderen wünschen, würden wir vielleicht wieder dahin kommen, uns gegenseitig zu beschenken. Und am Ende ist es egal, ob es Weihachten ist oder Montag.

Es geht darum, zu beschenken und sich beschenken zu lassen. Geben könne wir leichter als annehmen.

Ich wünsche allen Menschen eine wundervolle Zeit und denen, die Weihnachten als ein besonderes Fest der Liebe feiern wollen, dass es ein eben solches für sie wird.

….und als kleine Inspiration vielleicht:

ich wünsche mir für mich selbst, dass ich immer achtsam mit mir selbst umgehe, so dass ich gesund und heil werde und bleibe. Ich wünsche mir, dass ich ein gutes Vorbild für meine Kinder und Mitmenschen bin, dass ich das lebe, was ich denke, dass ich das lebe, was ich wirklich leben möchte.

Ich wünsche mir, dass ich noch ruhiger und geduldiger mit den anderen werde. Jeder geht in seinem Tempo voran.

Ich wünsche mir für mich, dass ich noch mehr darin vertraue, dass alles so geschieht wie es soll. Alle ist genau so richtig, wie es ist.

Ich wünsche mir für mich selbst, die kleshas (Kräfte, die bewirken, dass wir uns blockiert, schwach, minderwertig und krank fühlen – oder werden) schneller zu erkennen und mich nicht von ihnen beeindrucken zu lassen.

Ich wünsche mir für mich selbst, lächelnd die Welt zu erkunden, denn es gibt noch so viel zu erblicken und zu erkennen. Ich wünsche mir für mich selbst, mich selbst zu lieben, wie ich die anderen liebe, d.h., dass ich mich so akzeptiere, wie ich bin, mich nicht für ‘Fehler’ oder Unachtsamkeiten beschuldige und vielleicht sogar dafür verachte. Statt dessen möchte ich erkennen, dass alles so geschieht, wie es soll. Denn wir machen alle dadurch genau DIE Erfahrungen, die uns in unserer (spirituellen) Entwicklung weiter nach vorne bringen.

Und für die anderen? Dasselbe…

Ich wünsche mir für die anderen, dass sie sich selbst erkennen mögen, ihre wahre Größe, ihr wahres Sein, ihre Schönheit und Kraft. Ich wünsche mir für die anderen, dass sie sich selbst lieben lernen, dass sie auf sich selbst achten und nicht nur darin aufgehen, anderen etwas Gutes zu tun. Ich wünsche mir für die anderen, dass sie gesund und glücklich werden, sind und bleiben.

Für uns alle wünsche ich mir, dass wir einander als Brüder und Schwestern erkennen, die sich gegenseitig stützen, halten und auch mal schubsen dürfen. Ich wünsche mir für uns alle, dass wir einander als Freunde erkennen und nicht als Feinde. Wir sind alle spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen. Wir sind einander Lehrer und Lernende. Ich wünsche mir für uns, dass wir einander helfen und unterstützen und ins Vertrauen kommen, dass wir keinen Profit brauchen, um immer genug zu haben. Das Leben ist ein Spiel und indem wir es spielen, erklären sich die Regeln. Wir bestimmen, wie da Spiel weiter gehen soll. Durch unsere Gedanken. Ich wünsche mir für uns alle, dass wir uns bewusst werden, WAS wir denken, denn daraus ergeben sich unsere Handlungen und aus denen ergeben sich die äußeren Umständen, in denen wir leben müssen.

Seien wir achtsam auf uns selbst und auf die anderen. Sorgen wir für uns selbst mindestens so, wie wir für die anderen sorgen. Geben wir uns selbst das, was wir von anderen erwarten, dass sie es für uns tun.

Und vieles mehr……

In Liebe wünsche ich uns allen eine wunderschöne Zeit bis hin zu Sylvester.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll zu einem anderen Zeitpunkt geschrieben werden.

OM NAMO NARAYANA



Euer CONNECT Team aus Hamburg

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